News roundup, 08.06.2010

Nachfolgend einige interessante Links, welche ich heute entdeckt habe:

News roundup, 07.06.2010

Einige interessante Links welche ich heute entdeckt habe (teilweise verweisend auf Artikel älteren Datums), möchte ich euch nicht vorenthalten.

Iran: offizieller Trailer für den 22. Khordad (12. Juni)

Am 12. Juni 2010 jährt sich das Datum der umstrittenen iranischen Präsidentschaftswahl. Die grüne Bewegung hat bereits wieder Demonstrationen für diesen Tag angekündet. Die letzte grössere Demonstration am 11. Februar 2010, wurde jedoch durch ein massives Sicherheitsaufgebot der Regierung niedergeschlagen. Im März gab es noch Shanbeh Suri, aber auch diese Demonstration war verglichen z.B. mit der Demonstration am letzten Aschura, als die Bevölkerung den Spiess umdrehen konnte und die Sicherheitskräfte auf einmal die verfolgten waren, nicht zu vergleichen.

Wie es aussieht hat die Demo am 12. Juni nun wieder eher das Potential grosse Massen zu mobilisieren um ein grosses Zeichen zu setzten, dass die Reformbewegung nicht verschwunden ist und dass die Menschen weiterhin die aktuelle Regierung und das islamistische System ablehnen.

Meine Gedanken über moderate Muslime

Wie sagte nochmal der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdoğan? Richtig, er ist der Meinung, dass es keinen moderaten Islam gibt, sondern nur den einen Islam. Damit hat er natürlicherweise recht, den der Islam basiert auf dem Koran, dem unveränderlichen Wort Gottes und wenn man so möchte noch auf der Sunna, dem Leben des „Propheten“ Mohammed. Will heissen, das seine vorbildlichen Handlungen, da er ja quasi von Gott auserwählt wurde, nachamenswert seien; so zum Beispiel die Auslöschung des jüdischen Stammes „Banu Quraiza„.

Natürlich gibt es mehrere islamische Strömungen, wenn man so möchte „Kirchen“. Verglichen mit dem Christentum könnte man sagen, das es natürlich nur einen Jesus gibt mit seinen Lehren, aus diesen haben sich aber mehrere Kirchen entwickelt, wie die katholische Kirche, die reformierte Kirche, orthodoxe Kirche usw. – teilweise mit unterschiedlichen Auslegungen des Christentums und unterschiedlichen Praktiken. Wenn man all dieses Krichengedöns, die Messen, die kirchlichen Sturkturen, Gebote und Zeremonien weglässt erhält man vermutlich schon fast wieder so etwas wie die ursprünglichen Lehren von Jesus. Ich bin jetzt nicht gerade der Musterchrist, aber soweit ich mich erinnern kann, ist/wäre für uns Christen (nicht für die Juden), das alte Testament nicht mehr ausschlaggebend, sondern das neue Testament, also alles was seit Jesus so passiert ist, vor allem was er für uns getan und gepredigt hat. Der böse, rachsüchtige Gott des alten Testamentes ist also passé und wurde durch einen gutmütigen, barmherzigen ersetzt.

Fundamentalisten gibt es in jeder Religion. Doch was sind Fundamentalisten. Früher, vermutlich in meinem jugendlichen Leichtsein, habe ich islamische Fundamentalisten als Leute verstanden, welche irgendwie ihre Religion nicht verstünden und diese falsch auslegten. Viele Gutmenschen und linksgerichtete Medien (ja, ich liebe Klassendenken) scheinen dieses falsche Bild über Fundamentalisten noch heute zu verbreiten. Fundamentalistmus bedeutet, zumindest nach Wiktionary (und ich traue dieser Seite):

entschlossenes Festhalten an den Grundlagen einer Vorstellung (Gedanken, Einfall) oder Glaubens

Ein Fundamentalist, ist eine Person, welche dem Fundamenatlismus angehört und diesen auslebt. Leider gibt es keinen deutschen Wiktionary-Eintrag, die englische Seite beschreibt einen Fundamentalist unter Punkt „1“ jedoch so:

One who reduces religion to strict interpretation of core or original texts.

Also eine Person, welche eine Religion auf die strikte Interpretation der Original-Quellen reduziert. Im Falle des Christentums also das historische Buch „Bibel“, welches von verschiedensten Quellen im Laufe der Jahrhunderte zusammengetragen wurde und auf erzählerische Weise Geschichten vorträgt, z.B. Geschichten über das Leben von Jesus, Moses und anderen Persönlichkeiten. Im Falle des Islams gibt es den Koran als Hauptquelle, ein Buch das von sich aus behauptet, von Allah (manche mögen hier Gott sagen) persönlich vom Himmel herab gesandt worden zu sein um die Menschheit damit zu … beglücken?! Unterwerfen? Natürlich wissen wir (zumindest wir aufgeklärten Menschen), dass auch dieses Buch, vor allem kurz nach seiner Entstehung, durch Menschenhand überarbeitet und stark revidiert wurde, siehe dazu in der Wikipedia: „Geschichte des Korantextes„. Heute gibt es nur noch eine offiziele Koran-Fassung und diese ist „natürlich“ auf arabisch. Alles andere sind höchstens Koranübersetzungen, die niemals dem Originaltext ebenbürtig sein könnten, da eine fremde Sprache immer den Sinn und die Bedeutung des Textes verfälschen könnte. Leider scheint jedoch schon der Originaltext schwer verständlich genug zu sein, da es selbst unter streng gläubigen Muslimen immer wieder zu Streitigkeiten über Koran-Interpretationen kommt – Gott hat dies vermutlich beim herabsenden des leicht verständlichen Korans in arabischer Sprache (siehe z.B. Sure 54:17  „Und Wir haben den Qurʾān ja leicht zum Bedenken gemacht. Aber gibt es jemanden, der bedenkt?„)  nicht bedacht…. – nein, Qutasch, das ist natürlich nur als weitere Prüfung der Gläubigen gedacht, quasi um die Spreu vom Weizen zu trennen. Mit so einer Logik könnte man natürlich jeden Käse erklären können.

Aber ich schweife aus… ein gläubier Muslim, nimmt also den Koran für Gottes Wort. Der Koran und Islam ist ja bekanntlich ewiggültig und unveränderlich. Das macht es natürlich „etwas“ schwierig diese Relgion zu reformieren. Nehmen wir die bekannte Sure 4:34:

Die Männer stehen in Verantwortung für die Frauen wegen dessen, womit Allah die einen von ihnen vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Besitz (für sie) ausgeben. Darum sind die rechtschaffenen Frauen (Allah) demütig ergeben und hüten das zu Verbergende, weil Allah (es) hütet. Und diejenigen, deren Widersetzlichkeit ihr befürchtet, – ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie. Wenn sie euch aber gehorchen, dann sucht kein Mittel gegen sie. Allah ist Erhaben und Groß.

„Und schlagt sie“. Tolle Sache. Von ganz intelligenten wird dann natürlich gleich eingeworfen, „Ja, aber zuerst wird die Frau ja eh ermahnt und dann wird sie noch im Ehebett gemieden – und wenn die Frau ja eh treu ist muss man sie ja gar nicht schlagen.“ Wieder einmal eine brilliante Logik, die Frauen sind also entweder selber schuld oder man hat es ihnen ja zuerst anders zu erklären versucht. Welche Frau möchte denn eigentlich so bevormundet werden und warum gibt es keine entsprechende umgekehrte Sure/Zeile für Männer? Dürfen Frauen z.B. untreue Männer nicht schlagen? Aber was rege ich mich auf, die Frauen dürfen ja sowieso nur mit einem kleinen Stöchchen geschlagen werden, siehe dazu „Darf ein Mann seine Frau schlagen?„. Toll, dass ich rechtliche Anleitungen in einer Religion finde, da kann ich ja getrost die staatlichen Gesetze ignorieren. Aber irgendwie finde ich es schon schade, dass der Koran diese Stöckchen-Geschichte nicht explizit erklärt, nein ich muss aus irgendwelchen anderen obskuren islamischen Quellen meine Schlussfolgerungen daraus ziehen. Schon herzig, wie bereits früher einige anscheinend versucht haben, den Islam etwas friedlicher zu machen.

Huch, jetzt bin ich doch schon wieder etwas abgedriftet.. aber ich denke es ist wichtig um eine Gesamtbild zu erhalten.

Zum Glück gibt es ja moderate Muslime, jedenfalls nennen sie sich so, oder fühlen sich zumindest so. Verlogenes Pack. Uh, – ja, wie böse von mir. Soll ich doch froh sein, dass es so viele Muslime gibt, die friedlich gesinnt einfach nur ihr Leben leben wollen. Die mit diesen ganzen Fundamentalisten nichts am Hut haben wollen. Muslime die für Sure 4:34 nur ein müdes Lächeln übrig haben, Muslime die auch gerne mal ein bisschen Alkohol trinken oder kein Kopftuch tragen. Muslime, die auch die Ungläubigen nicht bekämpfen möchten (Sure 9:5) und es bevorzugen lieber mit ihnen zusammenzuleben oder zumindest ihre hervorragenden Sozialsysteme in Anspruch zu nehmen. Ja, ich bin ja wirklich irgendwie froh dass es solche Leute gibt, aber irgendwie kann ich sie nicht verstehen. Was soll das sein, ein moderater Muslim, ein reformierter Muslim? Ein Muslim-Light? Einer der eine light Version des Islam befolgt? Was soll das sein? Ein Islam der auf einem anderen Koran basiert, in dem einige Seiten fehlen, welche einem nicht passen, einem etwas mühsam erscheinen? Nehmen wir das Alkoholverbot im Islam:

„Ihr Gläubigen! Wein, das Losspiel, Opfersteine und Lospfeile sind (ein wahrer) Greuel und Teufelswerk. Meidet es! Vielleicht wird es euch (dann) wohl ergeben.“ (Sure 5:90)

Da Sure 5 eine der neueren Suren ist (vielleicht die neueste, aber zum Glück weiss ich sowas nicht auswendig), ersetzt sie (gemäss Koran) ältere Bestimmungen. Also,Wein ist verboten. Allah persönlich befiehlt das, da der Koran ja angeblich von ihm kreiert wurde. Ich weiss nicht wie es eucht geht, aber ich hätte mächtig Bammel mit mit einem Gott anzulegen. Hey kommt, einem Gott! Ich meine der muss das ja sehen, wenn ich Abends heimlich an einem leckeren Gläschen Cabernet-Sauvignon schlürfe.

Ich möchte keine weiteren Beispiele bringen, lest den Koran, es gibt noch genug weitere islamische Regeln, die „moderate Muslime“ so täglich brechen. Warum rege ich mich aber nochmal genau auf? Weil sie uns, den Nicht-Muslimen, einfach keinen Gefallen tun. Im Gegenteil. Sie machen uns einen Bärendienst. Stellt euch doch mal vor wie einfach es so wäre. Mann wird in Saudi-Arabien geköpft, weil er im Fernsehen über den Islam gelästert hat; böser Islam – wie kann man nur diese Religion gut finden. Frau wird im Iran gesteinigt, weil sie Ehebruch begangen hat; böser Islam – das ist doch barbarisch. In Somalia wird einem Dieb die Hand abgehackt, weil er auf dem Markt ein Brot geklaut hat; böser Islam – mit einer weltlichen Gesetzgebung würde es solche Körperstrafen sicher nicht mehr geben. Stopp! Nein, wir dürfen ja selbst solche Sachen nicht mehr anklagen, resp. anklagen schon, aber nicht mit dem Islam in Verbindung bringen. Denn, sie „haben mit dem Islam ja nichts zu tun“ – so zumindest die Pauschalantwort. Und von wem? Von moderaten Muslimen und von nicht moderaten Muslimen. Von den Einen weil sie ihre Religion nicht richtig kennen, weil sie ihre Religion romantisch verklären und von den anderen um ihre Religion einfach zu schützen, auch wenn diese eigentlich kaum schützenswert ist. Moderate Muslime behindern uns täglich beim Fingerzeigen auf den wahren Islam und der wahre Islam ist hässlich. Ja, er hat ein paar nette „herzige“ Elemente, aber vermutlich hat selbst der Nationalsozialismus einige gute Seiten oder Elemente gehabt. *hust* Autobahn *hust* Eva Herman *hust*…

Sie verfälschen den Islam. Für den 0815-Bürger kommt es also so rüber, als wäre der Islam „nur so eine Religion wie jede andere“. Als wäre der Islam eigentlich kompatibel mit modernen Gesellschaften. Als wäre die Frau im Islam z.B. gleichgestellt mit dem Mann. Das ist aber nicht der Islam. Das ist vielleicht eine Art Euro-Islam, ein Traumgebilde einiger europäischer Politiker, aber mit dem echten Islam hat dies nichts zu tun. Der echte Islam ist nicht reformierbar und eigentlich nicht interpretierbar (er ist ja in so klaren Worten hinabgesandt worden, oder nicht?). Viele Muslime brauchen natürlich, eine  Gottfigur, Spiritualität, einen Leitfaden für ihr Leben. Doch warum suchen sie das im Islam? Weil sie als Muslime geboren wurden und als Muslime erzogen wurden? Belügen sie sich damit nicht nur selber? Wäre es nicht besser sie würden sich vielleicht nach einer anderen Religion umschauen, die ihre spirituellen Bedürfnisse ebenfalls befriedigen könnte, aber nicht mit äusserst Fragwürdigen Regeln aufwartet? Liebe moderate Muslime, bitte geht doch mal in euch und fragt euch, warum ihr euch eigentlich Muslime nennt. Vielleicht erkennt ihr dann, das ihr euch täglich selbst betrügt und vielleicht ist das der erste Schritt zum finden einer wahrer Spiritualität. Zum finden einer wahren persönlichen Beziehung zu Gott oder einer grösseren Macht, einer Beziehung welche euch keine Regeln gibt, welche für Wüsten-Nomaden des 7. Jahrhunderts geschrieben wurden, sondern vielleicht eine Beziehung, die dazu dient euch auf ein höheres geistiges Level zu bringen. Eine Beziehung die euch selber nützt und vielleicht im Endeffekt sogar euren Mitmenschen.

Iranische Frau über den Islam

Eine iranische Studentin wurde verhaftet und für drei Jahre in ein Gefängnis eingesperrt, weil sie sich weigerte ein Kopftuch zu tragen. Nach zwei Jahren im Gefängnis wurde sie geschlagen und mehrfach vergewaltigt.

Nachfolgend ein Video mit ihrem Interview (mit englischen Untertiteln):

Einige ganz schlaue mögen nun vermutlich schon wieder einwerfen, dass Vergewaltigungen nicht durch den Islam legitimiert werden, denen möchte ich teilweise recht geben, auch wenn Ajatollah Jannati dies natürlich anders sieht. Trotzdem kann man sicherlich ihre Aussage, dass die Frau im Islam nur den halben Wert eines Mannes hat nicht widersprechen (siehe z.B.:  Sure 2:228, 4:11 oder auch Sure 24:4 und 24:13). Die Kopftuchfrage habe ich ja bereits in einem älteren Artikel besprochen.

Wer möchte in einem Land leben, dass einem irgendwelchen religiösen Pflichten und Zwänge auferlegt, egal ob man nun ein Anhänger dieser Religion ist oder nicht und egal wie unsinnig solche Regeln auch sein könnten? Sapere aude!

Sohn der Hamas – der Islam ist eine grosse Lüge

Manchmal fällt der Apfel eben doch weit vom Stamm. Mussab Hassan Jussef ist Sohn eines der führenden Mitglieder der Hamas und verkündete im Sommer 2008, dass er vom Islam zum Christentum konvertierte.

Einige mögen sich nun verdutzt fragen, „Warum?“, der Islam ist doch die neuere Religion, müsste also gemäss knallharter Logik die richtigere Religion sein. Nachfolgend ein Ausschnitt eines Interviews (auf englisch) mit Mussab, in dem er einige Beispiele für seine Beweggründe angibt:

Man muss kein weiser Mann sein, um die vielen logischen Fehler im Lügenkonstrukt „Islam“ zu erkennen. Eine gesunde Portion Menschenverstand müsste dazu ausreichen, sollte man zumindest annehmen.

Folter im Iran

Wer des Englischen mächtig ist (ja, die Sprache des grossen Satan), der soll doch mal das folgende Video anschauen:

Wer will solche Folter verteidigen? Sicher wird es einige geben, die das tun, aber ehrlich gesagt, solche Menschen kann ich nur bemitleiden, denn sie sind naiv, sie sind blindgläubig. Sie glauben an ein Fantasiebuch und sie glauben, dass es einen Gott gibt, der solche Gräueltaten befürwortet, wenn sie in seinem Namen gemacht werden.

Wenn ihr denkt, der Zweck heiligt die Mittel und wenn ihr meint die islamische Revolution sei etwas grossartiges gewesen, was unbedingt verteidigt werden muss, so nennt mir doch nur einen Beweis, was denn diese islamische Revolution den normalen Bürgern gutes gebracht hat. Nur einen. Kleine Einschränkung: ich begnüge mich nicht mit der Aussage, dass die Menschen doch nun unter dem Gesetz Allahs leben können. Gebt mir nur ein positives Beispiel.

Iran: Sea of Green, 22. Bahman

An diesem Donnerstag (11. Februar, 22. Bahman) finden im Iran wieder Demonstrationen statt. Einerseits offizielle Demonstrationen, welche von der Regierung durchgeführt werden und wo mit Mühe und Not einige Tausend „Regimetreue“ an einen zentralen Platz nach Tehran chauffiert werden um diese eindrucksvoll zu präsentieren, meistens bekommen diese dann die Plakate, eine Bezahlung und andere Goodies von den Offiziellen gleich in die Hand gedrückt. Anderseits geht auch „die Opposition“ auf die Strasse; ganz normale Leute, welche genug von der faschistischen islamischen Republik haben.

Ja, diese Leute träumen von der Demokratie, von mehr Menschenrechten oder auch nur von einer besseren Wirtschaft (resp. von einer Regierung, welche weiss wie man intelligent wirtschaftet). Ob sie dieses Ziel erreichen können – wer weiss? Was man aber sicher sagen kann ist, dass das Leben für die Mehrheit sicher besser sein wird als im heutigen Iran, denn miserabler kann es kaum sein. (Oder mir soll mal einer zeigen, welche tollen Erungenschaften denn die islamische Revolution den Bürgern gebracht hat?)

Nachfolgend zwei Videos mit Impressionen, der bisherigen Demonstrationen gegen das Regime und anderen iran-bezogenen Bildern: