Iran: Wer lügt wegen Sakineh Ashtiani?

Der Twitterer @potkazar hat einen interessanten Link (zu seinem Blog) getweetet:

https://twitter.com/#!/potkazar/status/5561186317762560

Wie wir ja gehört haben, soll die Iranerin Sakineh Ashtiani wegen angeblichen Ehebruchs, gemäss islamischem Recht (Scharia), gesteinigt werden. Der Fall steht sinnbildlich für die vielen weiteren Fälle der Unrechtsjustiz des islamischen Rechtes und insbesondere der darauf basierenden iranischen Justiz.

Claudia Roths guter Freund Ahmadinedschad hat noch vor wenigen Monaten, als er wegen einer UN-Konferenz in New York weilte,  Christiane Amanpour (CNN) ein Interview gegeben und dort unter anderem behauptet, dass Ashtiani nie zur Steinigung verurteilt wurde:

AMANPOUR: OK. I’d like your opinion on stoning.
AHMADINEJAD: first, what I want to say is that Miss Mohammadi was never sentenced to stoning. This was news that was produced and incorrect, and regrettably, U.S. media affected — was infected by U.S. politicians to make a piece of news out of it.

Pinocchio
Pinocchio

Wie wir auf Azarmehrs Blog erfahren, hat nun Hodschatoleslam Malek Ezhdar Sharifi, Leiter der ost-aserbaidschanischen Judikative folgendes mitgeteilt:

Die korrekten Nachrichten über diese Person (Sakineh Ashitani) sind, dass sie zur Steinigung verurteilt wurde, weil sie ihren Ehemann betrogen hat.

Wer hier wohl lügt?

Video: Ashtianis Anwalt im Exil

Der iranische Anwalt Mohammad Mostafaei, welcher die (ursprünglich) zum Tode durch Steinigung verurteilte Sakineh Mohammadi Ashtiani vor Gericht vertreten hatte, wurde in seinem Exil in Norwegen interviewt.

Um Druck auf Mostafaei auszuüben, wurde im Juli 2010 seine Frau und sein Schwager durch die iranischen Behörden verhaftet. Mostafaei flüchtete daraufhin aus dem Iran und landete schliesslich nach einer Verhaftung in der Türkei, im norwegischen Exil. Seine angehörigen wurden etwas später, wohl dank dem internationalen Druck auf das islamische Regime, wieder freigelassen. Seine Frau und seine Tochter konnten mittlerweile ebenfalls Asyl in Norwegen erhalten und die Familie ist nun wieder vereint.

Wie es im Fall Ashtiani jedoch weitergeht ist zur Zeit noch unklar, da das äusserst willkürlich Vorgehen der iranischen Behörden die Sache natürlich nicht gerade durchsichtig macht. Eine Steinigung scheint mittlerweile praktisch ausgeschlossen, da die Justiz nun behauptet, sie sei nicht wegen Ehebruch, sondern wegen Mordes angeklagt. In diesem Fall droht ihr eine Hinrichtung durch erhängen. Sogar Ahmadinedschad liess sich dazu hinreissen, sich in diesen Fall einzumischen und behauptete, dass es nie eine Anklage wegen Ehebruch gegeben hätte.